Fotovoltaik / PV - eine Übersicht
1.
Was ist Fotovoltaik / Photovoltaik
Unter
Fotovoltaik versteht man die direkte
Gewinnung von Strom aus Tageslicht, ohne Umweg über mechanische Verfahren (z.B. Windräder) oder
über thermische Anlagen (z.B. Kollektoren. Sonnenöfen)
1.2
Geschichte
Der
photovoltaische Effekt wurde schon 1839 durch den französischen Physiker
Alexandre-Edmond Becquerel entdeckt. Eine praktisch brauchbare Solarzelle
zur direkten Umwandlung von Lichtstrahlen in Elektrizität wurde aber erst
hundert Jahre später entwickelt. Am 25. April 1954 wurden die ersten Solarzellen
der Öffentlichkeit vorgestellt.
Eine Anwendung, die uns allen bekannt ist,
ist der Belichtungsmesser im Fotoapparat.
Die ersten
kommerziellen Anwendungen der
Fotovoltaik erfolgten in der Weltraumtechnik, zur Versorgung
von Satelliten mit Strom.
Solarzellen
haben mittlerweile eine sehr hohe Zuverlässigkeit erreicht und benötigen keine
Wartung. Die Systeme zur fotovoltaischen Stromerzeugung sind technisch
ausgereift und bereits in vielen Bereichen auf der Erde erfolgreich im
Einsatz.
Das
Licht besteht im Prinzip aus unzähligen winzigen Energiepaketen, den
Photonen. Im Innern von bestimmten Materialien (Halbleitern) wird dieses Licht
aufgenommen (absorbiert) und es setzt darin Elektronen in Bewegung. Dadurch
entstehen im Kristallgitter des Elementes Atome mit Elektronenüberschuss (minus
geladen)
und Atome mit Elektronenmangel (plus geladen). Das Entscheidende ist, dass
diese unterschiedlichen Ladungsträger getrennt werden, dadurch entsteht eine
Spannung, wie in einer Batterie zwischen dem Plus- und dem Minuspol.
Wenn nun diese beiden Pole durch einen Leiter verbunden werden fließt ein elektrischer Gleichstrom.
Es
gibt etwa 100 verschiedene Elemente, die für Solarzellen geeignet sind. Der
weitaus überwiegende Teil besteht aus Silizium (Si). Fast 95% aller derzeit
eingesetzten Solarzellen bestehen aus Silizium. Silizium wird aus Quarzsand
gewonnen, der ähnlich unerschöpflich ist wie Sonnenlicht.
Es
werden heute drei verschiedene Typen von
Si- Solarzellen kommerziell verwendet, wobei das
Unterscheidungskriterium die Kristallstruktur ist.
a/ monokristalline
Solarzellen, b/ polykristalline Solarzellen, c/ amorphe Solarzellen.
3.
Einstrahlung und Energieertrag.
Die
Leistung einer einzelnen Solarzelle reicht kaum für mehr als einen
Taschenrechner. Zur Stromerzeugung werden deshalb Solarzellen in Solarmodulen
miteinander verschalten. Im Prinzip geschieht hier das gleiche, wie in der
Taschenlampe, wo z.B. drei oder vier Zellen (Batterien) zusammengeschaltet
werden
Eine 1 KWp große
PV-Anlage mit einer Solarzellenfläche von ca. 8,5 m² liefert jährlich eine Energiemenge von ca. 900 bis 950 kWh.
Die
Nennleistung von Solarzellen und -modulen wird in Wattpeak (Wp) angegeben.
Diese Nennleistung ist bei senkrechtem Strahlungseinfall von
1.000 W/m²
Bestrahlungsstärke bei einer Zellentemperatur von 25°C definiert und nimmt
mit steigender Temperatur ab.
Es
gibt unterschiedliche Möglichkeiten Fotovoltaikanlagen einzusetzen:
Für
die Ziele der Interessensgemeinschaft Sonnenenergienutzung Nofels kommt nur die
Variante „Netzbetrieb in Koppelung mit dem öffentlichen
Stromnetz“ in Frage. Netzgekoppelte PV Anlagen verzichten auf Batterien und
verwenden das öffentliche Stromnetz als
Energiespeicher.
Dabei wird die bereits vorhandene Infrastruktur effektiv genutzt,
ohne zusätzliche Verwendung von problematischen Materialien
(wie z.B. Akkus).
Der
vom Solargenerator (Solarzelle– Modul) erzeugte Gleichstrom wird durch
ein sogenanntes „Netzkoppelungsgerät“ (Wechselrichter) in netzkonformen
Wechselstrom mit einer
Nennspannung von 230V umgewandelt und direkt in das öffentliche Stromnetz
eingespeist. Hier versorgt er alle angeschlossenen elektrischen Verbraucher (Geräte, Lampen usw.). Bei nicht ausreichendem Solarstromangebot wird
automatisch zusätzliche Energie aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen um
den Betrieb der angeschlossenen Geräte sicherzustellen. Überschüssiger
Solarstrom, den man nicht für den eigenen Verbrauch benötigt steht somit anderen Stromabnehmern
zur Verfügung. Tagsüber besteht im öffentlichen Netz meist ein Spitzenbedarf, nachts ein Überangebot.
Somit ist der Solarstrom nahezu ideal komplementär zur konventionellen
Stromerzeugung
Die
Solarmodule werden vorwiegend auf Dächern und an Fassaden angebracht. Die
Anbringung auf Grünflächen sollte möglichst vermieden werden, außer die
Module können an einem nicht bewirtschafteten Steilhang angebracht werden.
5.
Kostendeckende Einspeisevergütung
Die
Nutzung der Sonnenenergie ist jetzt keine Frage mangelnder Technik mehr.
Wer
einer ausgereiften Technik zum wirtschaftlichen Durchbruch verhelfen will,
muss sie in die Praxis einführen.
Das gilt auch für die Fotovoltaik.
Deutlich billiger wird es nur durch die Massenproduktion. Das setzt aber eine
„Massennachfrage“ voraus.
Denn in einer Marktwirtschaft wird nur
produziert, was sich auch mit Gewinn verkaufen lässt.
Deshalb
müssen so viele Privatanwender und Betriebsinhaber wie möglich motiviert werden, diese umweltfreundliche Form der
Energieumwandlung
in großen
Umfang zu nutzen.
Wir
Vorarlberger können uns freuen und stolz sein, denn seit 1. Jänner 2003 haben wir
eine neue Einspeiseverordnung für alle erneuerbaren Energien.
Bei der Fotovoltaik bekommen die Ökostromerzeuger in Österreich bis zu 8,25 ATS
/ 60 ¢ / kWh, mit Tarifgarantie für 13 Jahre. Somit rechnet sich die
Anschaffung einer eigenen Fotovoltaikanlage in längstens 15 Jahren. Die getätigte
Geldanlage ist eine sichere Investition in unsere Zukunft!
Die
Interessensgemeinschaft Sonnenenergienutzung
Nofels sieht ihre Aktivitäten und Zielsetzungen in einem größeren
Zusammenhang, als nur in der Produktion von umweltfreundlich hergestellten
Strom.
Wir
sind der Ansicht, dass dezentrale Energieversorgung weniger krisenanfällig
ist und auch demokratischer ist, somit eine
Gegenbewegung zu den Monopolbestrebungen diverser Konzerne darstellt. (Denken Sie z.B. an die
dzt. Diskussion um das Trinkwasser). Es ist somit auch ein Akt des Selbstschutzes.
Zum
Zweiten ist unser Anliegen eine gerechtere Welt, mit gleichen Chancen und
menschenwürdigen Lebensbedingungen für alle Menschen zu ermöglichen.
Neben
der Schaffung von Arbeitsplätzen in überschaubaren Dimensionen (Klein- und
Mittelbetriebe) in der Region, ist es uns ein wichtiges Anliegen, dass die Herstellung und
der Vertrieb der PV Module transparent sind. So sollten keine Module aus Ländern importiert werden, in denen
Kinderarbeit oder andere Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung
sind, nur um ein paar Euro (€) zu sparen.
Hinweis:
Das Grundkonzept dieser
Fotovoltaikinformation wurde von der Interessengemeinschaft Erneuerbare
Energien Zwischenwasser zusammengestellt und uns dankenswerter Weise von Karl
Heinzle karl.heinzle@gmx.at zur Verfügung
gestellt.
Ein Großteil des Textes stammt aus dem Buch „Der Sanfte Weg“ Österreichs Aufbruch ins Solarzeitalter. Das Buch wurde vom EU Abgeordneten Dr. Hans Kronberger geschrieben und ist im URANUS Verlag erhältlich. Ich kann jedem an Erneuerbaren Energien Interessierten empfehlen dieses Buch zu erwerben.
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| aktualisiert am 01.02.2007 | © H.SCH. | [ Home ] www.IG-SEN.feldkirch.biz |